Johann Christoph Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren. Sein Vater Johann Kaspar hatte das Badergewerbe und die Wundarzneikunst erlernt und stand in Diensten des Herzogs von Württemberg. Der Herzog schickte Schiller auf die 1771 gegründete „Militär-Pflanzschule“ für künftige Offiziere. 1775 wurde diese Schule als „Militärakademie“ nach Stuttgart verlegt und um eine medizinische Abteilung erweitert; Schiller wechselte zum Studium der Medizin. Sein Freund Friedrich von Hoven nennt als Grund „nicht Vorliebe für das Studium der Medizin, als Neigung zur Dichtkunst.“ Am 15. Dezember 1780 verließ Schiller die Anstalt, wurde Regimentsmedicus in Stuttgart. 1781 erschien anonym das Drama „Die Räuber“ (UA 13. Januar 1782 in Mannheim). Mai 1782 fuhr Schiller zu einer Aufführung der „Räuber“ nach Mannheim, ohne Urlaub beantragt zu haben. Er wurde bestraft mit zweiwöchigem Arrest und dem Verbot, künftig ins „Ausland“ zu reisen und weiterhin „Komödien“ zu schreiben „bei Strafe der Kassation“. Schillers Versuch, das Verbot aufzuheben, war erfolglos; so floh er mit seinem Freund Streicher ins „Ausland“ nach Mannheim, dann nach Frankfurt und fand am 7. Dezember 1782 in Bauerbach bei Meiningen Unterkunft bei der Frau von Wolzogen.
Inzwischen hatte er den „Fiesco“ geschrieben, ihn aber am Theater nicht unterbringen können und ihn aus Geldnot an einen Buchhändler verkaufen müssen. In Bauerbach arbeitete Schiller bereits an seinem nächsten Stück, der „Louise Millerin“, und beschäftigte sich mit einer der Hauptquellen zum späteren „Don Karlos“. Im Juli 1783 kehrte Schiller nach Mannheim zurück und wurde am Mannheimer Nationaltheater ab 1. September als Theaterdichter angestellt mit der Verpflichtung, bis Ablauf des Jahres drei Stücke zu liefern. „Fiesco“ und „Kabale und Liebe“ wurden aufgeführt, ein drittes Stück hatte Schiller—auch durch Krankheit bedingt—nicht fristgerecht liefern können: deshalb wurde er zum 1. September 1784 entlassen. Nun sollte die Gründung einer Zeitschrift, der „Rheinischen Thalia“, finanzielle Hilfe bringen—ein vergeblicher Versuch. Zu diesen Miseren kam die schwierige Liebesbeziehung zu Charlotte von Kalb. In dieser Situation erhielt Schiller von Christian Gottfried Körner und anderen Verehrern eine Einladung nach Leipzig; Körner regelte auch Schillers Geldprobleme. Im April 1785 folgte Schiller der Einladung und blieb im Hause Körners fast zwei Jahre. In dieser Zeit arbeitete er am „Don Karlos“, auch die Erzählungen „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ und der Fragment gebliebene „Geisterseher“ entstanden. Doch Schiller wandte sich im Juli 1787 nach Weimar. Hier lernte er zunächst Herder und Wieland kennen, dann auch die Familie von Lengefeld, von deren beiden Töchtern Schiller Charlotte 1790 heiratete. In Weimar beschäftigte sich Schiller vor allem mit historischen Studien. Durch Vermittlung Goethes erhielt er im März 1789 eine Berufung zum außerordentlichen Professor für Geschichte nach Jena; auf seine Bitte wurde ihm vom Herzog Ende 1789 ein jährliches festes Gehalt von 200 Talern gewährt. Nun war Schiller ohne finanzielle Sorgen. Historische Studien, besonders der Geschichte des Dreißigjährigen Krieges, führten zur Abfassung seines bedeutendsten historischen Werkes, das als „Die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges“ in Buchform 1793 erschien. 1791 war Schiller schwer erkrankt; die als „Katarrhfieber“, „hitzige Brustkrankheit“ bezeichnete Krankheit war Tuberkulose. Mit Krankheit hatte Schiller sein Leben lang zu tun gehabt. Fast alle Produktionen waren seinem labilen Körper abgerungen. In diese Zeit gesundheitlicher und finanzieller Bedrängnis fiel Schillers Beschäftigung mit Kant und seine Arbeit an den ästhetischen Schriften: 1793 „Über Anmut und Würde“, 1793/94 „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“, 1795 „Über naive und sentimentalische Dichtung“, diverse Arbeiten über die Theorie der Tragödie. Mit dem Buchhändler Cotta hatte er die Gründung der Zeitschrift „Die Horen“ verabredet und neben anderen vor allem Goethe als Mitarbeiter gewonnen. 1795 bis 1799 war die Zeit der klassischen Gedankenlyrik Schillers, 1796 bis 1798 die Zeit der intensiven Arbeit an der Wallenstein-Trilogie. Am 12. Oktober 1798 wurde in Weimar „Wallensteins Lager“, am 30. Januar 1799 „Die Piccolomini“, am 20. April 1799 „Wallensteins Tod“ aufgeführt, das vollständige Werk 1800 als Buch veröffentlicht. Der Erfolg war groß. Im Dezember 1799 zog Schiller von Jena nach Weimar. Die Arbeit für das Theater führte Schiller zu einer unglaublich reichen Produktion: Bearbeitungen von Stücken fremder Autoren (Shakespeare, Gozzi, Racine), eigene Dramen, „Maria Stuart“ (1800), „Die Jungfrau von Orleans“ (1801), „Die Braut von Messina“ (1803), „Wilhelm Tell“ (1804). Nach einer schweren Erkrankung (im Juli 1804) starb Schiller am 9. Mai 1805.